Hochzeitsreportage

Was macht der Fotograf an unserem Hochzeitstag?

Hochzeitsreportage

Hier möchte ich für euch ein bisschen Licht ins Dunkel der „Hochzeitsreportage“ bringen! Ich hab einfach mal alle Teile einer gängigen Hochzeitsreportage aufgelistet. Natürlich kann man auch nur einzelne Teile der Reportage nehmen und eine kurze Begleitung daraus machen, aber dann fehlen euch später vielleicht die entscheidenen Momente! Es ist ein so großartiger Tag der euch erwartet, wer weiß da schon so genau, was wann passiert?

Meine Empfehlung ist deshalb ganz einfach: lest euch in Ruhe durch, worum es bei den einzelnen Teilen der Reportage geht und überlegt euch, was euch persönlich wirklich wichtig ist. Es hilft niemandem, wenn alle sagen, ihr müsst unbedingt den Tortenanschnitt noch auf den Fotos haben, wenn ihr bei einem begrenzten Zeitrahmen viel lieber Fotos vom Getting Ready hättet. Lasst euch nicht von euren Wünschen abbringen und macht einfach euer Ding! 🙂

Die wichtigsten Teile einer Hochzeitsreportage

Das ist der Teil, den vielleicht die wenigsten kennen. Beim Getting Ready begleite ich euch schon vor der Trauung, normalerweise getrennt voneinander. Je nach Zeitplan begleite ich zuerst die Braut und dann den Bräutigam, oder wenn mein Second Shooter dabei ist, können wir jeweils einen von euch gleichzeitig begleiten. 

Was genau das eigentlich ist? Nun, bei der Braut bin ich beim Getting Ready meist beim Friseur, beim Make-Up, beim Anziehen des Kleides und den letzten Vorbereitungen dabei. Beim Bräutigam ist es meist nur der letzte Part. Dabei gehe ich viel auf Details ein, wie zum Beispiel die Schuhe, Manschettenknöpfe oder ähnliches.

Am coolsten ist ein Getting Ready in einer lustigen Runde, zum Beispiel mit euren engsten Freunden oder den Trauzeugen oder vielleicht auch euren Eltern. Ihr startet entspannt in den Tag und ich halte das Ganze ganz ungezwungen und ehrlich fest.

Der „First Look“ ist der erste Blick, den das Brautpaar aufeinander erhaschen kann. Viele Paare wissen gar nicht, dass wir Fotografen diesen Moment ganz besonders lieben… Früher war immer in der Kirche der erste Moment, in dem der Bräutigam seine schöne Braut sieht. Es war immer der Moment, in dem sie den Gang herunter auf ihn zugeht. Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit! Die möchte ich euch kurz erklären:

Beim First Look wird die erste Begegnung in Szene gesetzt. Der Bräutigam wartet mit dem Rücken zu Braut, bis Sie bei ihm ist und ihm auf die Schulter tippt. Dann darf er sich umdrehen und seine Braut zum ersten Mal in voller Schönheit sehen. Das ist ein super emotionaler Moment! Vielleicht möchtet ihr dazu auch schon mal euer Hochzeitslied hören… 

Diese Bilder sind auf jeden Fall einzigartig und eine ganz wertvolle Erinnerung für euch. Zum Beispiel in der Kirche kann ich euch nicht garantieren, dass ich den Moment optimal erwische! (Es gibt immer mal Pfarrer und Pastoren, die die Gattung der Hochzeitsfotografen gefressen haben und sie still in eine abgelegene Ecke verbannen, aus der nicht wirklich gut fotografiert werden kann).

Die Zeremonie ist das Herzstück der Hochzeitsreportage – ob kirchliche oder freie Trauung. Bei der Zeremonie fotografiere ich ganz unauffällig und ohne Blitz, um euch nicht zu stören. Natürlich bewege ich mich dabei aber auch, um Fotos von euren Gästen während der Trauung zu machen. 

Es ist deshalb bei einer kirchlichen Trauung ganz wichtig, dass euer Pastor/Pfarrer nicht nur damit einverstanden ist, dass Fotos gemacht werden. Ich sollte mich in der Kirche frei bewegen dürfen. Sonst kann ich nämlich nur aus einer Perspektive fotografieren und vielleicht sogar nur von hinten aus einer Bankreihe. Das wäre wirklich schade, oder?

Nach der Trauung wollen euch eure Liebsten natürlich gratulieren! Auch diese Momente halte ich ganz unauffällig aus dem Hintergrund fest, um euch nicht zu stören und echte Emotionen einzufangen – ganz unbemerkt. 

Anschließend bietet es sich an der Kirche an, die Gäste einmal alle im Schatten aufzustellen und ein Gruppenbild zu machen. Das kann aber natürlich auch später beim Empfang gemacht werden. Wenn ihr auch noch kleinere Gruppenbilder mit der Familie haben möchtet, können wir die dann auch direkt machen, oder später an der Partylocation. 

Ich empfehle dabei immer, nur eine kleine Zahl von Konstellationen zu wählen, denn sonst zieht sich das Ganze für euch und für eure Gäste lange hin.

Beim Braurpaarshooting habt ihr die Chance, nochmal ein bisschen Zeit ganz für euch zu haben, bevor es mit der Feier weitergeht. Ob wir das Shooting an der Kirche, an der Feierlocation oder an einem ganz anderen Ort machen, ist euch überlassen. Wir brauchen am besten 2x 10-15 Minuten für die Paarfotos – einmal nach der Trauung und einmal am Abend, wenn es nochmal schönes Licht gibt und ihr schon ein bisschen mit euren Gästen gefeiert habt.

Meine Paarfotos sind eine Mischung aus Posing und natürlichen Emotionen, das heißt: Ich gebe euch Hinweise, wie ihr euch positionieren könnt und lasse euch dann miteinander interagieren. Das ist schön, weil immer wieder tolle Erinnerungen dabei sind. Vielleicht fallen euch sogar manche Dinge wegen meiner Prompts wieder ein? 

Das beste ist aber, dass ihr mich und meine Kamera kurz vergesst und die Bilder gleich viel natürlicher werden 🙂

Der Abend. Reden, Essen, Spiele, Aktionen, Tortenanschnitt, euer erster Tanz, die Party… um nur einige Dinge zu nennen, die bei einer Abenddokumentation so dabei sind. Wie lange ich euch begleiten darf, ist natürlich euch überlassen! Ich freue mich immer, wenn ich euren ersten Tanz fotografieren darf. Es ist einfach etwas anderes, perfekte Fotos von dem ersten Tanz zu haben, als nur ein Handyvideo von Freunden. Genau so ist es auch mit dem Tortenanschnitt. 

Ich empfehle euch übrigens, die Torte schon zum Dessert zu servieren und nicht erst um Mitternacht oder später. Das hat mehrere Gründe: abgesehen davon, dass ich auf jeden Fall noch da bin, um zu fotografieren, ist es für eure Gäste auch viel cooler, zum Dessert ein Stück Torte zu essen. Mitten in der Nacht haben viele Leute keine Lust mehr auf was Süßes und bevorzugen Currywurst, Döner oder ähnliche deftige Snacks.